Alzheimer mit Aggressionen umgehen

Oft verändern sich bei Menschen mit Demenz im Verlauf der Krankheit der Charakter und das Verhalten: Zum Beispiel kann sich eine betroffene Person plötzlich über etwas ganz Banales aufregen. Dies mag sich durch eine defensive Haltung, starke Reizbarkeit oder kategorische Ablehnung äussern. Manchmal fallen die Reaktionen auch heftiger aus:

Demenzkranke können verbal ausfällig werden, sich ereifern, andere Menschen beschimpfen oder anschuldigen. In selteneren Fällen kommt es zu körperlicher Gewalt: Betroffene kneifen, beissen, schlagen oder werfen mit Gegenständen um sich.

Eine Schweizer Studie hat aufgezeigt, dass in Heimen je nach Pflegesituation bis zur Hälfte der Demenzpatientinnen und -patienten verbal oder physisch aggressiv reagieren.

Aggressionen entstehen bei Überforderung

Aggressionen gehören grundsätzlich zum menschlichen Verhalten. Gewalt ist eine extreme Strategie, mit der wir versuchen, in Konfliktsituationen unsere Grundbedürfnisse durchzusetzen. Aggressionen entstehen vor allem dann, wenn wir frustriert oder gestresst sind oder uns überfordert fühlen. Dies gilt grundsätzlich auch für Personen mit Demenz. Im Vergleich zu anderen Menschen aber erleben Demenzkranke ihren Alltag häufiger als konfliktreich oder gar bedrohlich, da sich ihr Verständnis für alltägliche Abläufe und das daraus geforderte Handeln zunehmend verändert. Immer wieder kommt Bei Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung machen sich oft Verhaltensveränderungen bemerkbar: Sie können sich über scheinbare Kleinigkeiten aufregen oder Mitmenschen mit Worten oder körperlich angreifen. Aggressives Verhalten entsteht meist bei Überforderung. Kann diese vermieden werden, geht in vielen Fällen auch das aggressive Verhalten der Betroffenen zurück. es im Alltag von Demenzkranken also zu Überforderungssituationen, die Frustrationen oder Angst auslösen. In solchen Situationen sind Menschen mit Demenz schutzlos, da sie ihrer Verunsicherung schlecht Ausdruck geben können. Sie reagieren deshalb oft ungeduldig oder aufgebracht und wenn mit fortschreitender Krankheit die Hemmschwellen sinken und die Selbstkontrolle zurückgeht, können sie auch impulsiv und handgreiflich werden.

Aggressionen sind aufreibend

Nicht alle Menschen mit Demenz entwickeln aggressives Verhalten. Andererseits können auch bislang friedfertige Menschen plötzlich hitzig reagieren. Umso schwieriger und verletzender ist es für Angehörige oder Pflegepersonen, dies zu ertragen. Wenn man einmal verstanden hat, dass die Verhaltensveränderungen krankheitsbedingt sind und sich nicht gegen eine bestimmte Person richten, kann man sich auch besser in Menschen mit Demenz hineinversetzen. Dies erfordert allerdings viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Werden die Ursachen für das aggressive Verhalten erkannt, lassen sich Aggressionen zwar nicht gänzlich verhindern, gehen jedoch in Stärke und Häufigkeit deutlich zurück.

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Alzheimer ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Gehirns, die hauptsächlich bei älteren Menschen auftritt. Sie wurde erstmals vom deutschen Arzt Alois Alzheimer im Jahr 1906 beschrieben.

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